Vom Keller ins Museum

Kleine Sonderschau ermöglicht Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit
Historischer Degen, in Potsdam gefertigt, Mitte 18. Jh.
© PM

Preußischer Offiziers-Galadegen, in Potsdam gefertigt, Mitte 18. Jahrhundert

Am 21. März jährt sich der „Tag von Potsdam“ zum 92. Mal. Das Potsdam Museum nimmt dies zum Anlass für eine Sonderschau im Rundraum der stadtgeschichtlichen Ausstellung. Gezeigt werden Objekte aus einer kürzlich geschenkten Militariasammlung, darunter historische Blankwaffen. Die Ausstellung lädt zur Auseinandersetzung mit ihrer oft gewaltbehafteten Geschichte ein: Wie bewerten wir heute Waffen? Gefährden sie mehr, als sie schützen? Besuchende können ihre eigene Haltung reflektieren und sich dazu positionieren.


Die Schau „Vom Keller ins Museum“ gewährt zudem spannende Einblicke in die Museumsarbeit: Woher stammen die Objekte einer Sammlung, und was passiert, bevor sie inventarisiert oder in einer Ausstellung präsentiert werden? Live-Inventarisierungen durch den Sammlungsverantwortlichen bieten einen direkten Blick hinter die Kulissen.


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Pressemitteilung Landeshauptstadt Potsdam vom 20.03.2025
„Vom Keller ins Museum“ ab morgen zu sehen 
Kleine Sonderschau ermöglicht Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit 
 
Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte eröffnet am 21. März im Rundraum der stadtgeschichtlichen Ausstellung die kleine Sonderschau „Vom Keller ins Museum“. Anhand der Schenkung einer historischen Militaria-Sammlung gibt sie spannende Einblicke in die vielfältige Arbeit eines Museums. „Die Rotunde in der ständigen Ausstellung wird erneut zum Interventionsraum des Potsdam Museums. Nach den beiden erfolgreichen Ausstellungen ,Die Weltverbesserungsmaschine’ von Brandenburger Schülerinnen und Schülern sowie ,Klimadinge’ von Studierenden der Fachhochschule Potsdam zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen möchte das Museum nun einen außergewöhnlichen Blick hinter die eigenen Kulissen gewähren und die Museumsarbeit erlebbar machen“, sagt Brigitte Meier, kommissarische Beigeordnete des Geschäftsbereichs Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam. 
 
Ende des vergangenen Jahres erhielt das Potsdam Museum eine Schenkung von mehr als 300 historischen Blankwaffen und militärischen Kopfbedeckungen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. „Diesen Sammlungszugang nimmt das Potsdam Museum zum Anlass, den Weg privater Sammlungsstücke ins Museum etwas näher nachzuzeichnen. Es geht uns darum, zu zeigen, wie Museen funktionieren. Also: Woher kommen eigentlich die Objekte in einem Museum und was muss passieren, bis sie inventarisiert im Depot bewahrt oder in einer Ausstellung präsentiert werden können“, erläutert Dr. Thomas Steller, Direktor des Potsdam Museums. 
 
Gezeigt werden circa 20 historische Säbel und Degen sowie mehrere Helme und Mützen, die nicht nur aus Preußen stammen. Einige der Waffen wurden jedoch sogar in Potsdam gefertigt. Die Objekte selbst stehen dabei jedoch weniger im Fokus. Ein Aspekt der Ausstellung ist die Bedeutung sensibler musealer Arbeit im Kontext potentiell gewaltbehafteter Objektgeschichten. „Das Museum nimmt den ‘Tag von Potsdam‘, der sich am 21. März zum 92. Mal jährt, zum Anlass, sich einmal auf andere Art und Weise mit unserer Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Die meisten Menschen haben auch deshalb ein eher angespanntes Verhältnis zu Waffen und Militaria im Allgemeinen. Sie sind zugleich als Zeugnisse der Vergangenheit sehr wichtig – denn nur, wenn wir verstehen, woher wir kommen, können wir unsere Zukunft anders gestalten. Die Ausstellung möchte daher auch der Frage nachgehen, ob und wie sich unser Verhältnis zu Waffen im Anblick aktueller Debatten verändert“, sagt Felix Jaeger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdam Museum und Sammlungsbetreuer Militaria. 
 
Große Aufmerksamkeit legt die Sonderschau auf die praktische Museumsarbeit. Dargestellt wird die Kontaktaufnahme der Schenkerin, der Schwägerin des Sammlers Gerd Rink (1943-2024), mit dem Museum, die mit einem Schenkungsvertrag vereinbarte Übergabe der Stücke sowie auch die Frage des Transports eines solch wertvollen und zugleich umfangreichen Konvoluts in das Museumsdepot. Schließlich zeigt die Ausstellung den Prozess der fachgerechten Erfassung und musealen Aufbewahrung von Objekten. Zu bestimmten Zeiten können die Gäste Felix Jaeger live bei der Inventarisierung beobachten und ihm Fragen stellen – eine seltene Gelegenheit, Wissenschaft und Sammlungsarbeit aus nächster Nähe zu erleben und direkt ins Gespräch zu kommen. Die ersten Termine sind jeweils Mittwoch, 9. April, 23. April und 7. Mai, immer von 14 bis 15 Uhr. Weitere Termine werden auf der Webseite des Museums veröffentlicht.