
Eingeborene der Neustadt, 1980
Fotomontage, Algrafie, 42,2 x 50 cm
© Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Zusammengesetzte Ansichten von Wohnblockfassaden und eine scheinbar endlose Spirale von monotonen Fenstern rahmen eine Gruppe von fünf Kindern, die wie eine Bande posieren und teilweise mit Stöcken und Brettern ausgestattet sind.
Martin Hoffmanns kritische Auseinandersetzung mit dem Bauboom in den 1960er bis 1980er Jahren und der Utopie vom sozialistischen Aufbau in der DDR zeigt die Anonymität und Vereinheitlichung der Wohnblöcke.[1] Sie „werden zum Sinnbild der Entfremdung des Menschen von ihrem Wohnumfeld“[2]
Eingeborene der Neustadt kam 2012 durch eine Schenkung von Gernot und Fedor Ernst an das Potsdam Museum und wurde 2014 in der Ausstellung Stadt-Bild / Kunst-Raum Entwürfe der Stadt in Werken von Potsdamer und Ost-Berliner Künstlerinnen und Künstlern 1949 – 1990 gezeigt.
1975 schloss Martin Hoffmann ein Mathematikstudium mit Diplom ab. Zeitgleich absolvierte er ein Abendstudium im Bereich Graphik an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Nach einer einjährigen Tätigkeit in der Druckerei Graetz Berlin begann er seine freiberufliche Arbeit als Maler und Graphiker. Er leitete von 1976 bis 1985 den Zirkel Palette Nord in Berlin.
[1] Vgl. Konstruktionsorte, in: Stadt-Bild / Kunst-Raum. Entwürfe der Stadt in Werken von Potsdamer und Ost-Berliner Künstlerinnen und Künstlern 1949 – 1990, hrsg. v. Jutta Götzmann und Jürgen Danyel, Ausst. Kat. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, 7. September – 11. Januar 2015, Berlin 2014, S. 78.
[2] Ebd.